Rezept: Veganer Leberwurst-Aufstrich selber machen


Diesen leckeren Aufstrich habe ich zufällig entdeckt und musste ihn sofort ausprobieren. Es handelt sich dabei um einen selbstgemachten veganen Leberwurst-Aufstrich. Viele von euch kennen vegetarische oder vegane Leberwurst bestimmt aus dem Bioladen. Nicht selten sind sie sehr kalorienreich (und teuer), weil sie hauptsächlich aus pflanzlichem Fett oder Sonnenblumenkernen bestehen.

Dieses Rezept hat mich einfach fasziniert, weil man mit sehr wenigen Zutaten eine so ähnliche Konsistenz und Farbe hinbekommt und dass ohne den Zusatz von färbenden Gewürzen, wie z.B. Paprikapulver. Probiert es aus, es ist reich an Protein und viel fettärmer, als gekaufter Aufstrich!

Zutaten (für 3 kleine Gläser):
1 Zwiebel
1 Block Räuchertofu (200g)
1 Dose Kidneybohnen
Majoran
Petersilie (optional)
Röstzwiebeln (optional)
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Schritt1: Zwiebeln in etwas Öl glasig anbraten. Kidneybohen in ein Sieb schütten und mit Wasser abbrausen.
Schritt2: Zwiebeln, Kidneybohnen, Tofu, Salz und Pfeffer in ein Gefäß geben und fein pürieren.
Schritt3: Gehackte Kräuter und Röstzwiebeln dazugeben, vermengen und nochmals mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. FERTIG!

Sehr sehr lecker! Die Konsistenz ist wirklich richtig schön cremig und der Geschmack durch den Räuchertofu und den Majoran sehr rauchig und pikant. Die Petersilie gibt dem Ganzen etwas Frische und die Zwiebeln etwas Süße und viel Aroma.


Majoran ist hier als Kraut besonders wichtig, da auch die echte Leberwurst mit Majoran gewürzt wird und man so dem Geschmack am ehesten rankommt. Man kann den Aufstrich aber noch mit weiteren Zutaten verfeinern, wie z.B.
- Petersilie
- Schnittlauch
- Thymian
- Röstzwiebeln
- Apfel (zusammen mit den Zwiebeln anbraten)
- Preiselbeeren
- gemahlener Senf
- Muskat
- Piment


Ich finde das Rezept genial und es schmeckt wirklich sehr herzhaft und lecker! Probiert es mal aus, es ist auch toll für die Lunchbox! :)

Buch: Maangchi's Real Korean Cooking, Authentic Dishes for the Home Cook


Es gibt wieder eine Buchvorstellung und zwar habe ich mir das Kochbuch von Maangchi geholt.
Maangchi betreibt den gleichnamigen Youtube-Channel und das ziemlich erfolgreich. Wusstet ihr, dass Maangchi auf koreanisch "Hammer" bedeutet und ihr Nickname in MMORPGs (Online Rollenspielen) war? Den Namen hat sie später Internet beibehalten, was ich sehr sympatisch finde :)

Ihr Kochbuch vereint alle beliebten koreanischen Rezepte auf ihrem Youtube-Channel und beinhaltet zudem auch noch ein paar neue, eher unbekannte Rezepte. Das Buch bietet sowohl leichte Anfänger-Rezepte, alsauch komplizierte Rezepte für Fortgeschrittene. Der Leser soll mit dem Buch mitwachsen und sich über die Zeit hinweg weiterentwickeln können.


Ich persönlich zähle mich zu den Anfängern der koreanischen Küche und habe mir das Buch als koreanisches Grundkochbuch angeschafft. Die Rezepte wirken auf mich sehr umfassend und authentisch.


Am Anfang bekommt man eine Einführung in die koreanischen Essgepflogenheiten, Grundzutaten, Tipps zu Tischmanieren etc. Danach kommen die Rezepte, die alle reichlich bebildert sind. Es gibt Rezepte mit Reis, Nudeln, Reiskuchen, Suppen, Eintöpfe, Kimchi und Eingelegtes, Beilagen, Pfannkuchen, Snacks, Party-Rezete, Fermentiertes, Soßen und Desserts.

Jedes Rezept wird ausführlich erklärt z.B. wie es in Korea gegessen wird, wie es schmeckt und wie es serviert wird. Zusätzlich gibt es unter der Überschrift "Maangchi and Friends" verschiedene Zuschauer-Fragen zu dem Rezept, die beantwortet werden. Auch gibt es immer wieder einen kleinen Schwenk aus Maangchi's Leben und was sie mit dem Rezept verbindet.


Hier seht ihr z.B. Rezepte für Sprossen-Reis-Topf, Gimbap (japanisches Sushi, wo allerdings alle Zutaten gegart sind), eine Suppe mit gezogenen Nudeln und auch das Tofu-Rezept "Dububuchim-yangnyeomjang", welches ich bereits probiert habe, ist in diesem Buch abgedruckt! :)


Koreanische Pfannkuchen haben sogar ein eigenes Kapitel bekommen, denn die gibt es in den verschiedensten Variationen. Natürlich darf auch ein gutes Kimchi-Rezept nicht fehlen, es sind sogar sieben verschiedene Kimchi-Rezepte für Kohl, Rettich, Shiso, Gurken und viel mehr.

Am liebsten mag ich aber die ganzen Soßen und Dips, da man die für alles mögliche verwenden kann. Dabei sind z.B. ein Zitronen-Mayo-Dip, eine Nussoße aus Pinienkernen oder eine Senf-Knoblauch-Soße.


Fazit: Maangchi's Real Korean Cooking ist ein umfangreiches und sehr authentisches Kochbuch, was ich jedem Liebhaber koreanischer Kost empfehlen kann. Das Buch ist allerdings bis jetzt nur auf Englisch (z.B. hier bei amazon) zu haben. Ich finde das Englisch ist gut zu verstehen.

Leider finde ich das Layout des Buches nicht so gelungen. Es ist viel zu voll gepackt, es gibt kaum Freiraum, weshalb man sich die ganze Zeit vom ganzen Text erdrückt fühlt. Dadurch verliert man auch ziemlich schnell die Übersicht und verliert die Lust am Lesen. Ich hatte das Gefühl, dass man sehr bemüht war so viele Infos wie möglich hineinzupacken. Mit einem besseren Layout wäre das Ganze aber deutlich angenehmer zu lesen gewesen finde ich.

Desweiteren ist es für Vegetarier oder Veganer auf dem ersten Blick schwer ersichtlich, welches Rezept sich für diese Ernährungsform eignet. Viele Gemüse-Gerichte beinhalten Fischsoße oder Fischbrühen als Basis. Auf der einen Seite finde ich das gut, denn nur so bleibt das Rezept auch authentisch. Auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, dass vegetarische oder vegane Alternativen deutlicher herausgehoben werden. Es gibt nämlich vereinzelt Tipps, wie man eine vegetarische Version eines Gerichtes machen kann. Diese sind leider nicht gut genug hervorgehoben, sodass man sie auf dem ersten Blick gar nicht sieht.

Wer vor allem an authentischen koreanischen Rezepten interessiert ist, wird an diesem Buch viel Freude haben! Und wenn man mal etwas nicht versteht, kann man sich das Ganze auch nochmal als Video ansehen! :) Wer hat das Buch zuhause? Wie findet ihr es?



Rezept: Calpis-Konzentrat / Calpico selber machen


Calpis oder Calpico ist ein japanisches Softgetränk, welches auf Milchbasis besteht. Calpis ist übrigens der japanische Name dieses Getränks. Hier im Westen wurde es in Calpico umbenannt (wegen der pis-Endung, die wir hier ja eher mit negativen, wenig leckeren Sachen verbinden könnten ^^°)

Calpico kann man mittlerweile in jedem guten japanischen Restaurant bestellen, im Asialaden gibt es auch das Calpico-Konzentrat, das aber nicht gerade günstig ist. Durch Zufall habe ich entdeckt, dass man Calpis auch ganz einfach selber machen kann! Probiert es unbedingt mal aus, es ist sehr köstlich! *_*

Zutaten für 6-8 Gläser:
1 Becher guten Naturjoghurt (150g, cremig)
1 mittelgroße Zitrone
6-8 EL Zucker
Wasser zum Verdünnen

Zubereitung:
Schritt1: Joghurt in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft gründlich vermischen.
Schritt2: Nun nach und nach den Zucker hinzugeben und solange rühren, bis er sich komplett aufgelöst hat.
Schritt3: Zum Servieren gebt ihr einfach 3-5 EL Calpico-Konzentrat in ein Glas, füllt es mit Eiswürfeln auf und verdünnt das ganze mit Wasser. Gut umrühren und servieren! FERTIG!

Achtet darauf, dass ihr einen qualitativ hochwertigen Joghurt nehmt. Ich habe einen Bio-Joghurt genommen, der bereits cremig gerührt ist. Der Joghurt fängt nur minimal an zu flocken, wenn man ihn mit dem Zitronensaft vermischt und sobald man den Zucker daruntergerührt hat, verändert sich die Konsistenz der Flüssigkeit. Sie wird gelber und flüssiger.



Das Verhältnis zwischen Zitronensaft und Zucker könnt ihr je nach Geschmack anpassen. Ich mag es schön frisch und gebe meist um die 6 EL Zucker hinein. Je mehr Zucker man hineingibt, desto mehr wird der Geschmack und die Säure der Zitrone überdeckt. Ich finde mit etwas mehr Säure schmeckt es erfrischender. Wenn es euch aber zu zitronig oder sauer ist (hängt auch davon ab, wie groß und saftig eure Zitrone ist), gebt einfach mehr Zucker hinzu. Wenn ihr allerdings zuviel Zucker hinzugibt, schmeckt es einfach nur nach süßem Joghurt. Die Zitrone sollte auf jeden Fall noch zu schmecken sein und euer Gemisch so konzentriert sein, dass ihr es mit viel Wasser verdünnen könnt, ohne, dass es wässrig schmeckt. Die Konsistenz sollte jedenfalls nicht mehr zu joghurtartig sein.


Das fertige Konzentrat könnt ihr in Fläschchen abfüllen und im Kühlschrank ein paar Tage aufbewahren.


Mit dem Basis-Calpico-Konzentrat kann man auch viele weitere Geschmacksrichtungen kreieren.
Gebt einfach eines von den folgenden Zutaten zusammen mit eurem Konzentrat direkt ins Glas und rührt dann kräftig um:

- 3 EL frischgepresster Orangensaft inklusive Fruchtfleisch
- 1 EL gefrorene Heidelbeeren (siehe Foto unten)
- 2 EL Mango-Püree oder -Sirup
- 2 EL pürierte Honigmelone
- 3 EL Lychiesaft aus der Dose und ein paar Lychies
- 3 EL Ananassaft aus der Dose und ein paar Ananaswürfel
- Fruchtsirup aller Art (schaut mal in der Cocktail-Abteilung eures Supermarktes)

Zum zusätzlichen Süßen könnt ihr auch gezuckerte Kondensmilch (in Dosen oder in Tuben) hineingeben. Das gibt dem ganzen noch einen Calpico-ähnlicheren Geschmack finde ich! :)

Es gibt außerdem noch die Methode einen Calpico-Sirup zu kochen. Dabei erhitzt man den Yoghurt und den Zucker auf niedriger Flamme (nicht aufkochen lassen), bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nach dem Abkühlen wir dann der Zitronensaft hinzugegeben. Auf diese Weise lässt sich das Konzentrat wohl etwas länger lagern. Ich habe diese Methode allerdings noch nicht ausprobiert.

Ein weiterer Tipp von einer Blogleserin:
Sie hat zusätzlich zu der Mischung noch Yakkult und gezuckerte Kondensmilch dazugegeben. Auf diese Weise schmeckt das Ganze noch viel mehr nach Calpico findet sie. Probiert es aus! :)


Wenn ihr Mineralwasser zum Verdünnen nehmt, habt ihr dann Calpis-Soda. Das ist allerdings nicht so mein Geschmack. Ich mag es lieber mit stillem Wasser! :)




Ich finde Calpico und andere Softdrinks (wie Eistee oder Limonade) sollte man am Besten mit vielen Eiswürfeln trinken. Ohne ist mir das Getränk oft zu süß, aber die Eiswürfel gleichen das perfekt aus!

Der Geschmack ist dem vom Original-Calpico schon sehr nahe. Natürlich geht das nicht 100%ig (ich habe hier auch gerade keinen direkten Vergleich), aber es ist auf jeden Fall eine genial einfache und leckere Alternative! Das wird es bei mir diesen Sommer jetzt öfters geben! :D

Wer probiert es aus und kann mir davon berichten? :D




Übrigens gibt es auch ein sehr leckeres vietnamesisches Joghurt-Getränk, was ihr auch mal probieren solltet! :) 

Snack: Crunchy Edamame von Ginbi


Der Crunchy Edamame Snack von Ginbi soll geschmacklich an junge Sojabohnen (Edamame) erinnern. Sie sind sehr knusprig, aber gleichzeitig auch fluffig und leicht. Der Edamame-Geschmack ist dezent und für mich genau richtig. Die Snacks sind leicht würzig und süßlich. Das Zeug macht süchtig, ähnlich wie dieser Snack mit Erbsne-Geschmack. Kann ich also wirklich empfehlen!

Hat jemand von euch diesen Snack schonmal probiert? Wie findet ihr ihn? :)


Rezept: Miso-Maru / Miso-Dama, selbstgemachte Instant-Miso-Suppe


Japanische Miso-Suppe kann man ganz einfach zum Mitnehmen vorbereiten und zwar als Miso-Maru oder Miso-Dama. Das sind portionsgerechte Bällchen aus Miso, Dashipulver und anderen getrockneten Zutaten, welche man mit der Bentobox mitnehmen kann. Es gibt nämlich viele Boxen (wie hier), bei denen man den Deckel zusätzlich als Suppenschüssel verwenden kann. In Japan kann man sogar Miso-Maru-Bällchen kaufen. Vorort muss man lediglich heißes Wasser darübergießen und hat eine frische, warme Misosuppe als Beilage. Genial, oder? Und die Zubereitung ist wirklich super einfach und geht auch vegan! :)

Zubereitung für eine Portion Misosuppe:
1 gehäufter Esslöffel Misopaste eurer Wahl
1/2 TL Katsuobushi-Dashi-Pulver
1/2 TL Kombu-Dashi-Pulver

Weitere Einlagen nach Wahl:
getrocknete Wakame-Algen
gefriergetrocknetes Gemüse jeglicher Art
Sesam
Furikake
Noriflocken
getrocknete Garnelen
Bonitoflocken
frittierte Tofustückchen
Frühlingszwiebeln
Mais
fein geschnittener (China-)Kohl
Spinat, blanchiert und trocken gepresst
Zuckerschoten in Stücke geschnitten
Fuu / Komachibu (japanisches Seitan) Achtung: Diese Zuat immer extra transportieren, da sie bei Berührung mit Feuchtigkeit sofort heftig aufquillt.

Zubereitung:
Schritt1: Miso mit den beiden Dashi-Pulvern gut vermischen. Veganer und Vegetarier nehmen einen ganzen TL Kombu-Dashi stattdessen.
Schritt2: Nun die Masse mit weiteren Einlagen eurer Wahl mischen.
Schritt3: Masse zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie wickeln und in eurer Bentbox verstauen.
Schritt4: Zum Servieren das Bällchen in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser übergießen. Alles gut umrühren und 5 Minuten quellen lassen. FERTIG!

Ich finde besonders Wakame und Frühlingszwiebeln sind essenziell für Miso-Suppe, weshalb ich die beiden Zutaten immer dazugeben würde. Es schmeckt wirklich fantastisch! *_*

Je nach Misosorte (je dunkler, desto salziger) könnte eure Paste etwas salziger ausfallen. Gießt in diesem Fall etwas Wasser nach, wenn es euch zu salzig erscheint. Benutzt auf jeden Fall eine Schüssel in der Größe einer typischen japanischen Misoschale oder Reisschüssel, sonst könnte eure Suppe zu wässrig werden, wenn ihr zu viel Wasser hineingebt.



Ich habe hier in meinem Miso-Bällchen folgende Zutaten:

Helle Misopaste, Katsuobushi-Dashi, Kombu-Dashi, getrocknete Wakame, gemahlener Sesam und Furikake. Seperat habe ich noch Komachibu und Frühlingszwiebeln dazugegeben.

Nach dem Aufgießen mit heißem Wasser sofort alles gut verrühren, damit die trockenen Zutaten genügend Zeit haben im heißen Wasser aufzugehen.

Es schmeckt wirklich perfekt gewürzt, angenehm würzig und leicht süßlich, da ich eine helle Misopaste verwendet habe. Die Komachibu gingen in sekundenschnelle auf und verdoppelten ihre Größe. Die Wakame haben etwas länger gebraucht, waren aber am Ende auch perfekt im Biss. Sehr sehr lecker! Kann ich also nur empfehlen!


Die selbstgemachten Miso-Instant-Bällchen sind echt total einfach und schnell zu machen. Man kann mit vielen Geschmacksrichtungen experimentieren und es ist richtig cool, wenn man Mittags im Büro sitzt und sich eine frische Misosuppe aufgießen kann, oder? Wenn man vorort keinen Wasserkocher hat, könnte man auch versuchen das Wasser in einer Thermoskanne mitzunehmen. Dann hat kann man auch mitten auf der Wiese Misosuppe schlürfen. ^^ Probiert es unbedingt mal aus! ;)



Zutat: Komachibu / Fu, japanisches Seitan, Weizengluten


Diese kleine Päckchen mit Komachibu erstand ich bei Feinkost Mikado in München. Komachibu sind eine Unterart von Fu, was eine Art japanisches Seitan / Weizengluten ist. Im getrockneten Zustand fühlt es sich an, wie besonders trockenes Brot. Manches Fu sieht auch aus, wie trockenes, in Scheiben geschnittenes Brot (wie Baguette). Rund und mit typischer Kruste. Die Struktur ist sehr feinporig und leicht. Weicht man es allerdings in Wasser ein, wird die Textur sehr weich, seidig und hat einen zarten Biss. Man vergleicht die Textur von Fu gerne mit die von Jakobsmuscheln oder von Hühnchen (warum eigentlich wird alles mit Hühnchen verglichen ^^°)

Es gibt verschiedene Größen von Fu. Je nach Größe kann man das Fu auch zum Anbraten verwenden. Dafür muss man das Fu zuerst in Wasser einweichen, dann trockenwringen und wie gewünscht weiterverwenden. Das ist ähnlich, wie mit Sojaschnetzeln. Kleinere Sorten eignen sich am besten als Suppeneinlage. Sie dienen vor allem zur Deko und sind deswegen auch besonders hübsch und bunt gefärbt. Man kann sie einfach so in die heiße Suppe geben und sie saugen sich in sekundenschnelle voll und können dann gegessen werden.


District Mot, Saigon Streetfood, Berlin Mitte


Letztes Jahr während meines Berlin-Trips schlenderten wir durch Berlin Mitte herum, als diese bunten Plastikstühle völlig mein Interesse weckten und mich wie magisch anzogen. Beim genaueren Hinsehen konnte ich den Namen des Restaurants lesen "District Mot". Mot ist vietnamesisch und bedeutet Eins. Im richtigen Englisch bedeutet der Name also District One, was Distrikt 1 in Saigon (Ho-Chi-Minh-City) bedeutet. Dieses Stadtviertel befindet sich im Zentrum der Stadt und dort findet man die meisten internationalen Geschäfte und Restaurants, Hotels, die berühmte Frauenkirche, die Post und den großen Markt "Benh Than". Im Distrik Eins tummeln sich die meisten Touristen und man kann sich durchschlemmen und einkaufen, was das Zeug hält. Die Plastikhocker sind aus dem vietnamesischen Straßenbild nicht wegzudenken und stehen einfach für Vietnam.

Das Restaurant "District Mot" in Berlin hat sich auf Saigon Street Food spezialisiert und ist wirklich richtig richtig cool eingerichtet.  Es liegt an der Rosenthaler Str. 62 in 10119 Berlin. Als wir das Restaurant besuchten, lag mein Vietnam-Urlaub noch nicht so weit zurück und ich konnte alles nochmal aufleben lassen. Das Restaurant ist über und über mit typisch vietnamesischen Gegenständen geschmückt. Straßenschilder, Lampions, Stromkabel, Leuchtreklamen, Warnschilder. Auf jedem Tisch findet man eine Dose mit Stäbchen, Siracha und Hoisin-Soße. Servietten gibt es in Form von Klopapier in einem typischen Klopapierspender, eine rundliche Dose aus Kunststoff, aus der man das Papier entnehmen kann. Kurzum, das Restaurant hat uns optisch sehr begeistert.


Die Speisekarte ist üppig (ich glaube mittlerweile sind noch einige Gerichte dazugekommen) und klingt sehr authentisch. Es gibt viele vegetarische Speisen und so bestellten wir uns einen Zitronengras-Eistee (3,50€) und einen Ingwer-Eistee (3,50€). Zum Essen gab es nur ein paar Snacks, weil wir davor schon woanders essen waren: Banh Trang Nuong mit Tofu (4€), Goi Guon mit Tofu (4,50€) und ein vegetarisches Banh Bao (Preis vergessen).

Die Getränke waren okay, aber irgendwie schmeckte man nicht sehr viel Unterschied. Es war alles sehr minz- und limettenlastig. Das Essen war lecker, aber hat mich nicht umgehauen. Mein selbstgemachtes Banh Trang Nuong hat mir viel besser geschmeckt. Ich glaube die haben keine Butter hineingegeben. Das Banh Bao war mit Karotten und Pilzen gefüllt und ganz gut, aber umgehauen hat es mich auch nicht.

Die Bedienungen waren komischerweise durchweg nur Männer und sie hatten alle einen nordvietnamesischen Akzent (hab mich etwas gewundert, weil es ja ein Restaurant mit südvietnamesischer Küche sein soll). Das hat mich jetzt nicht großartig gestört, aber ich fragte mich, ob das Restaurant wohl von Süd- oder Nordvietnamesen geführt wird. Der Service war jedenfalls sehr flott und nett.


Fazit: Das Restaurant District Mot ist optisch wirklich eine Augenweide und entführt einem sofort nach Vietnam. Es gibt vieles zu entdecken, hier wurde wirklich auf jedes kleinste Detail geachtet. So ungefähr hatte ich mir mein eigenes Street-Food-Restaurant auch vorgestellt ^^ (ich spinne gerne an verschiedenen Restaurant-Ideen rum, man darf ja noch träumen xD).

Hut ab vor dem Raumgestalter, er oder sie hat echt alles richtig gemacht! Das Essen hat uns leider nicht umgehauen und war für den Preis doch recht wenig. Allerdings stehen auf der Speisekarte noch sooo viele andere Gerichte, die man hätte probieren müssen um ein richtiges Urteil fällen zu können. Die Hauptgerichte sind nämlich dann gar nicht so teuer. Von der Beschreibung her spricht mich jedenfalls alles an.

Das Restaurant ist trotz allem einen Besuch Wert. Die Preise sind leicht gehoben, vor allem, wenn man viele Kleinigkeiten bestellt kann das schnell ins Geld gehen. Das Essen ist sehr authentisch, jedoch wirkt alles nicht ganz so liebevoll, wie man es z.B. in der Regenzeit in Nürnberg bekommen würde. So ein vergleichbares Essen (üppigere Portionen, grundehrlich, familiäre Stimmung) hätte ich mir auch im District Mot gewünscht. Ich hatte das Gefühl, dass man eher hipp, cool und auch etwas fancy sein wollte. Aber Streetfood sollte meiner Meinung nach eigentlich nicht fancy sein, dann verliert es ein wenig seine Seele finde ich. Hmmm ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Wisst ihr was ich mein? Aber natürlich muss man fairerweise auch sagen, dass das District Mot viel größer ist und eine viel üppigere Speisekarte hat, das muss man ja auch erstmal schaffen.

Also ich würde sagen, geht mal hin und macht euch selbst ein Bild! :) Wer war schon dort?



Update: Ich wurde darauf hingewiesen, dass es einen Bericht über das District Mot und den Chef auf Munchies gibt. Schaut es euch gerne mal an! :)


Rezept: Koya Dofu Nuggets


Koya Dofu (oder Kouya Dofu) ist eigentlich gefriergetrockneter Tofu. Der ist in Japan vor allem in der vegetarischen (Tempel-)Küche beliebt, da er eine andere Textur hat, als normaler Tofu und eher an Fleisch erinnert. Die Textur ist eher schwammartig und elastisch. Man bekommt ihn gefriergetrocknet zu kaufen (also trocken) und kann ihn erst nach Einweichen weiterverwenden. Ich persönlich habe richtiges Koya Dofu noch nirgendwo gesehen und konnte es noch nicht probieren.

Man kann allerdings durch normales Einfrieren von frischen Tofu eine ähnliche Textur erreichen. Durch das Einfrieren des frische Tofus bekommt er durch die eingefrorenen Wasserkristalle ein wabenförmiges Muster.

Ich hatte schon vor Jahren mal ein Rezept für Koya Dofu dafür gepostet. Was man bei der Herstellung von Koya Dofu beachten sollte, hatte ich damals nicht so genau aufgeschrieben. Ich ging davon aus, dass das mit jedem Tofu funktioniert. Inzwischen habe ich aber bereits einige Sorten Tofu ausprobiert und festgestellt, dass bei zu festem Tofu das Ergebnis zu trocken ausfallen kann.

Je nach Weiterverwendung wählt ihr also am besten einen festen Seidentofu oder einen weichen, bis mittelweichen Baumwolltofu. Dadurch schmeckt euer Koya Dofu sehr zart, hat aber trotzdem eine faserig, schwammige Textur und ist nicht trocken. Die Herstellung ist sehr einfach!

Zutaten für Koya Dofu:

1 Block frischen Tofu
Frischhaltefolie

Zubereitung:
Schritt1: Den Tofublock entweder ganz lassen oder halbieren.
Schritt2: Mit Frischhaltefolie umwickeln und mindestens über Nacht einfrieren
Schritt3: Tofu auftauen lassen, in Stücke schneiden und kurz in kochendes Wasser aufkochen.
Schritt4: Vorsichtig aus dem Wasser heben, abkühlen lassen und das Wasser auswringen.
Schritt5: Nach belieben weiterverarbeiten. Man kann den Tofu z.B. als Suppeneinlage verwenden, anbraten, frittieren oder panieren. In Japan ist geschmorter Koya Dofu sehr beliebt.

Als Suppeneinlage oder zum Frittieren und Panieren könnt ihr den festen Seidentofu verwenden. Zum anbraten empfehle ich aber eher den mittelweichen Baumwolltofu, da er sonst zu schnell zerfällt. Der Part mit dem "Im Wasser aufkochen" kann man auch überspringen, ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, das durch vorheriges Abkochen des Tofus, dieser stabiler ist und sich zum Weiterverarbeiten besser eignet.

Für mein Koya Dofu Nugget Rezept verwende ich gerne folgende Tofusorten: Seidentofu, aber in der festen (firm) Variante und Baumwolltofu in der Variante Medium firm (links).


Zutaten für Koya Dofu Nuggets:
1 Block gefrorener Tofu
1 Ei
etwas Mehl
Panko zum Panieren
Salz und Pfeffer nach Gechmack
Optional: Ingwer, Knoblauch, Sojasoße, Sesam, Kräuter

Schritt1: Tofu wie oben beschrieben auftauen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Wasser kurz aufkochen. Danach vorsichtig herausnehmen, abkühlen lassen und mit der Hand auswringen.
Schritt2: Ei aufschlagen und mit Salz und Pfeffer ordentlich würzen. Die Tofu-Nuggets zuerst in Mehl, dann in Ei und zuletzt in Panko wälzen und in reichlich Öl goldgelb ausbacken. FERTIG!

Man kann den Tofu auch vorher mit etwas geriebenen Ingwer, Knoblauch und etwas Sojasoße marinieren, bevor man ihn paniert. Außerdem könnt ihr das Panko auch mit Sesam oder Kräutern mischen. Das gibt dann nochmal extra Geschmack! :)


Die Koya Dofu Nuggets schmecken sehr lecker und zart. Die Textur ähnelt ein wenig sehr zartem Hühnchen finde ich (kann man auf dem ersten Foto ganz oben sehen) bzw. sie erinnern mich etwas an die vegetarischen Hühnchen-Nuggets. Ich glaube, die werden ähnlich hergestellt. Sie schmecken auf jeden Fall sehr lecker und sind eine coole Alternative zu dem normalen panierten Tofu! Probiert es doch einfach mal aus!

Als Dip könnt ihr alles nehmen was euch schmeckt: Ketchup, Tonkatsu-Soße, Mayo oder Süßsauersoße! :) Ich habe die Nuggets mit Reis, Furikake und einem Avocado-Tomaten-Salat gegessen.


Habt ihr schonmal richtigen Kouya Dofu gegessen? :)




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